Abbildung: 3D-Animation für die RELIUS Farbenwerke in Memmingen.

Warum dieser Artikel?

Mir fällt immer wieder auf, dass Menschen heute mit Marketingaufgaben betreut werden und Ihnen die entsprechende gestalterische Ausbildung fehlt. Das führt dazu, dass die jeweilige Person dann stundenlang struggelt und kurz davor ist, den Laptop aus dem Fenster zu werfen :) Da ich ein großer Fan davon bin sich gegenseitig zu helfen, möchte ich hier etwas gutes Kharma aufbauen und mein Wissen als Mediengestalter für Digital- und Printmedien mit euch teilen. In der Hoffnung, dass weniger Laptops aus dem Fenster fliegen. Das ist ja auch gut für die Umwelt :)

Bildschirmfarben vs. Druckfarben

Man unterscheidet grundsätzlich zwischen additiven und subtraktiven Farbmischsystemen. Am Bildschirm (generell wenn es um Licht geht) spricht man von additiven Farbmischsystemen. Farben werden überlagert/addiert, dadurch entsteht eine spezifische Farbe. Das ist das gleiche Prinzip wie bei einem Bühnenstrahler, vor den eine Farbfolie angebracht wird. Eventuell kennst Du das auch noch von alten Fernsehgeräten, wenn man ganz nah mit dem Auge an den Bildschirm gegangen ist, konnte man gut die roten, grünen und blauen Felder erkennen. Rot, Grün und Blau = RGB. Je nachdem wie stark die jeweilige Farbe ausstrahlt, entsteht eine neue Farbe. Bei voller Leistung entsteht weiß. Wenn Du in einem Programm (Microsoft Word, Adobe Photoshop, etc.) eine Farbe einstellst und dort RGB-Werte eingibst, dann geht der Regler von 0 bis 255. 255 ist die volle Leistung. Strahlen also R, G und B mit voller Leistung, also 255, dann entsteht Weiß als Farbe. Wenn alle Regler auf Minimum sind, also 0, entsteht Schwarz. Steht der Regler von R, also Rot auf 255 und G/Grün sowie B/Blau auf 0, dann entsteht logischerweise Rot.

Dem additiven System RGB, steht ein subtraktives System CMYK gegenüber. CMYK = Cyan (C), Magenta (M), Gelb (Y = Yellow) und Schwarz (K = Kontrast). Subtraktiv kannst Du Dir wie einen Wasserfarbmalkasten vorstellen. Du mischst die Farben zusammen und erzeugst so eine Neue. Wird zum Beispiel Gelb und Blau übereinander gedruckt entsteht Grün. Dieses Grundprinzip findet im Laser- bzw. Tintenstrahldrucker den Du aus Deinem Office kennst, genauso Anwendung wie in einer großen Druckmaschine. Einziger Unterschied: Ein Tintenstrahldrucker sprüht die Farbe auf, während bei einer großen Offset-Druckmaschine mit einem Druckraster gearbeitet wird, also lauter kleine Farbpunkte gesetzt werden. Wie viele dieser Farbpunkte pro Maßeinheit gedruckt werden, entscheidet über die Schärfe des Drucks. Druckpunkte = Dots. Maßeinheit = Inch. Dots per Inch = DPI.

Sieht eine Farbe am Bildschirm so aus wie im Druck? Nein! Manche Farben sehen am Bildschirm ähnlich aus, zum Beispiel Rot- und Blautöne, bei anderen Farben wie zum Beispiel Grün sind die Abweichungen zwischen RGB und CMYK sehr deutlich. Vor allem die Leuchtkraft, die Farben teilweise am Bildschirm haben, kann im Druck nicht so einfach erzeugt werden. Hierfür benötigst Du Sonderfarben von zum Beispiel PANTONE oder HKS und ein spezielles Bilderdruck-Papier, das die Leuchtkraft im Druck überhaupt zulässt.

Farben definieren

Für Dein Corporate Design (Visueller Teil Deiner Corporate Identity) solltest Du Deine Farben mit festen Werten definieren. Hierfür empfehle ich Dir auf jeden Fall folgende Angaben: RGB, CMYK und HEX (hexadezimale Angabe des Farbcodes, zum Beispiel #ff0000 = Rot). Darüber hinaus kannst Du Deine Farben noch in PANTONE und HKS konvertieren, hierfür gibt es spezielle Farbfächer, die Du im Online-Shop von Pantone und HKS kaufen kannst.

Denk auch über folgendes nach: Neben Deiner primären Kommunikationsfarbe kannst Du auch eine Tabelle mit Sekundärfarben anlegen. Diese Farben kannst Du dann verwenden um Deine primäre Farbe in Deinen Entwürfen zu ergänzen. So machst Du Dein Corporate Design interessanter und sorgst für eine einheitliche Vorgehensweise. Um mit Farbkombinationen zu spielen empfehle ich Dir die Seite „Colour Lovers“ die Du über den folgenden Button aufrufen kannst. Viel Spaß dabei!

Abbildung: Farbtabelle mit primären und sekundären Farbtönen.